Die gläserne Decke

Frauen werden im Karriereverlauf trotz hoher Qualifikation häufig mit der Gläsernen Decke konfrontiert, wenn sie ins Management aufsteigen wollen. Männlichen Kollegen mit vergleichbarer Expertise gelingt hingegen der Aufstieg. Das ist fatal: Unternehmen mit gemischten Führungsteams sind nachweislich erfolgreicher.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine Ursache der fehlende Zugang für Frauen zu informellen Netzwerken ist: Wichtige Kundengespräche werden beim Fußball geführt, Bewerber beim Worldof- Warcraft-Zocken kennengelernt. Und ja, auch Frauen mögen Fußball oder spielen Computerspiele. Sie sind hier aber meist in der Unterzahl und werden nicht selten als störend empfunden. Darüber hinaus haben viele Entscheider stereotype Rollenvorstellungen: „Kinder und Karriere hat bei meiner Frau ja auch nicht funktioniert”, „Frauen können sich eben nicht so gut durchsetzen”, „Die Kollegin hat da einfach zu emotional reagiert”. Ein weiterer Grund: Gleich und gleich gesellt sich gern. Menschen tendieren dazu, Charaktere, die ihnen ähnlich sind, zu fördern – und es sind aktuell immer noch (viel) mehr Männer, die die Chefposten besetzen.

Agenturen können Vorreiter sein

In Agenturen sind Frauen in den Chefetagen ebenfalls noch selten. So auch bei uns in der Grow Digital Group. Ich glaube aber, dass gerade unsere Struktur und Kultur uns das Überwinden der Gläsernen Decken einfach(er) macht:

1. Flache Hierarchien:In einer Agentur bedarf es in der Regel nur weniger mutiger Manager*, die entscheiden, Karriere-Barrieren abzubauen. Dann wird gemacht und ausprobiert, statt viel geredet und auf die lange Bank geschoben.

2. Modern und innovativ: In einer agilen Organisation mit einem (im Kopf) jungen Team ist innovativ zu sein ein Unternehmenswert. Daher können kurzfristig Ideen umgesetzt werden. Hier sind Agenturen bei flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice bereits Vorreiter. Aber auch informelle Netzwerke können so durchbrochen werden. Mit den Kunden* geht man ins Konzert, das Mitarbeiter*- Event ist nicht mehr der (rein männlich) besetzte Fußball-Cup, sondern das gemeinsame 24-Stunden- Radrennen.

3. Gute Köpfe sind unsere Kernressource: Agenturen können es sich schlichtweg nicht leisten, nicht die Besten zu beschäftigen. Hier werden Agenturen, die explizit Frauen fördern und ansprechen, einen Wettbewerbsvorteil haben.

Es kommt darauf an, ein Bewusstsein für das Thema im Topmanagement zu schaffen: Die Identifizierung der eigenen Gläsernen Decke und der Wille und der Mut, diese einzureißen, müssen das Ziel sein. Mit den Besten an der Spitze gewinnen nicht nur die Frauen, sondern vor allem unsere Kunden*.

Malina Kruse-Wiegang
Malina Kruse-Wiegang ist Team Lead Strategic Marketing bei MSO Digital. Die zweifache Mutter wollte als Kind Dino-Forscherin oder Offizierin beim Raumschiff Enterprise werden. In ihrer Freizeit macht sie gern Yoga.